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Achtsamkeit

Impulse ,praktische Übungen für den Alltag, und Tipps für ein achtsames Leben...

Zitat der Woche:

”Das Geheimnis der Gesundheit für Körper und Geist ist weder das Trauern um die Vergangenheit, noch das Sorgen über die Zukunft, sondern den gegenwärtigen Moment klug und ernsthaft zu leben.”

 Buddha

 

(Talmud)

12.10.2019


Achtsamkeits-Impuls:


"Achtsamkeit ist ein wichtiges Mittel, um unsere Gewohnheiten zu verändern, alte Gewohnheiten bewusst zu machen, und andere Sichtweisen zu verinnerlichen."

Geshe Pema Samtem


(Bild/Text aus dem Talmud)

Die 5 Elemente der Achtsamkeit

5.10.2019


Konzentration: Die Fähigkeit der Konzentration, stellt gewissermassen die Basis der Achtsamkeit dar. Es wird der Fokus der Aufmerksamkeit auf ein gewähltes Objekt oder (Gedanken/Gefühl) gerichtet. Dadurch wird der Rest des Wahrnehmungsfeldes in den Hintergrund gerückt. Ziel ist aber nicht, die Konzentration möglichst perfekt aufrecht zu erhalten, sondern gerade das Bemerken des Abschweifens stellt einen Moment der Achtsamkeit dar. 

Achtsamkeitstraining ist ohne ein mindestmass an Konzentration nicht möglich.


Beobachten: Beobachten im Alltagsgeschehen bedeutet oft eine Reaktion auf äussere (Sinneswahrnehmungen) oder innere ( Gedanken und Gefühle) Reize, die zur Folge haben, zu bewerten oder zu reagieren. Beobachten im Sinne der Achtsamkeit heisst jedoch, eine gezielte Hinwendung zu einem bewusst ausgewählten Beobachtungsgegenstand (zb. das beobachten einer Kerzenflamme), oder einem Gefühl/ Gedanken.


Nicht bewerten: Ein Ereignis ( oder Gedanken/ Gefühl) wird erst einmal nur beobachtet, es wird als das was es ist wahrgenommen, ohne es zu bewerten.


Nicht reagieren: Bezieht sich auf automatisch ablaufende Reaktionen und Handlungen. Es wird nicht sofort reagiert oder eingegriffen, sondern es geht darum, diese Impulse in erster Linie zu erkennen, ohne gedanklich- verbal oder handlungsmässig zu reagieren.


Benennen: Beinhaltet das Zuordnen von einfachen Worten und Beschreibungen von non-verbalen Wahrnehmungsinhalten. Es wird nicht analysiert, sondern etikettenhaft Worte für die Wahrnehmung gefunden. Beschreibend und nicht bewertend.

(Beispiel: Das Geräusch eines Vogels wird zb. als „zwitschern“ benannt. „Vogel“ wäre bereits eine Schlussvolgerung des Geräusches.)

21.9.2019


Achtsamkeits-Impuls Dankbarkeit


Oft ist unsere Aufmerksamkeit darauf fokussiert, was im Leben gerade nicht gut läuft. Auf das Leid das uns in unserem Leben begegnet, auf das was schief läuft, was uns fehlt, wo wir unzufrieden sind. Immer wenn wir so denken, sind wir auf den Mangel ausrichtet. Wenn dies unbewusst abläuft, kann dies zu einer sehr ungesunden Haltung werden. Die Wahrnehmung wird reduziert, und das schränkt unser Denken und auch unsere positiven Gefühle ein. Leider lernt dann unser Gehirn, sich genau darin zu bewegen. Die Folge ist, es wird immer schwieriger und „dunkler“. Die Leichtigkeit geht verloren, und wir können uns nicht mehr richtig erfreuen, irgendwann sehen  wir nur noch alles „schwarz“. 

Manchmal verfallen wir dem Irrglauben, alles wäre besser wenn wir doch dies und das hätten, wenn wir das erreichten…wenn ich das noch besitzen würde… dann wäre ich glücklich…!

Dabei vergessen wir vielleicht, das ein Wunsch den nächsten ablöst, und wir nur kurzfristig zufrieden sein werden. Schon bald wollen wir etwas anderes, noch besseres, und werden wieder unzufrieden. Daraus resultiert auch eine gewisse Unruhe und Rastlosigkeit.

Diese „Wenn-Bedingungen“ halten uns zudem vom wesentlichen Moment ab, man ist ständig in der Zukunft und nicht im Hier und Jetzt. Dadurch kann man auch nicht mehr geniessen oder zufrieden sein, denn es sind ja noch so viele Dinge zu erreichen oder so viele Wünsche offen.

Wenn es uns gelingt unsere Achtsamkeit auf diese Abläufe zu lenken, und zu bemerken was in uns vor geht, können wir unser Mangeldenken erkennen.

Wir können anfangen zu versuchen, all die Bedingungen, Begehren und Wünsche loszulassen. Dadurch erlangen wir mehr Zufriedenheit und Dankbarkeit, und  leben dazu noch viel mehr im gegenwärtigen Moment.


Integrieren wir Dankbarkeit in unserer Leben und unseren Alltag, können wir dem Mangeldenken entgegenwirken, indem wir dankbar sind für das was alles „gut“ ist und womit wir zufrieden sein dürfen. Wir begegnen negativem Denken, indem wir unseren Fokus auf das richten, was in Ordnung ist. Was jedoch nichts mit Verdrängen oder wegsehen zu tun hat. Es geht einzig um die Bewusstwerdung, das ausrichten des eigenen Blickwinkels und der eigenen Sichtweise. Auch wenn vielleicht nicht alles perfekt in unserem Leben ist, so gibt es bestimmt für jeden mindestens etwas, wofür er dankbar sein kann. Oft sind es ganz naheliegende Dinge, bei denen wir anfangen können. Wir haben genug zu Essen, ein Dach über dem Kopf, ein warmes Bett, liebe Freunde, einen liebevollen Partner, eine Arbeit mit der man seinen Lebensunterhalt verdienen kann, usw.. Das mag vielleicht für den Ein- oder Andern banal klingen, jedoch erfordert genau das bereits eine gewisse Aufmerksamkeit, ein Bewusstsein, was in unserer Gesellschaft nicht unbedingt für jedermann selbstverständlich ist. Ganz im Gegenteil, „schneller, höher, weiter, immer mehr“…, verleitet dazu, alles als selbstverständlich anzusehen. Man darf die Kraft der Dankbarkeit nicht unterschätzen. Das Gefühl der wahren Dankbarkeit trägt eine sehr starke, positive Kraft in sich. Wer das übt und selbst spürt, weiss um die Veränderung die eine solche Haltung mit sich bringt.




Herzlich,
von Corinne

7.9.2019

Freude, Glück und Vergänglichkeit 


Die meisten Menschen haben den Wunsch, glücklich zu sein. Dieser Wunsch ist tief in uns verankert. So erleben wir in unserem Leben positives und negatives. Auch unsere Gedanken und Gefühle unterliegen diesem Wechsel. Natürlich wäre es praktisch, wenn wir alles was uns missfällt und stört einfach ablegen könnten, wir dagegen alles was angenehm ist und uns gefällt und erfreut festhalten könnten.

Doch Gefühle sind „Energiekombinationen“, die zu uns gehören. Wir können nicht das eine behalten und das andere ablegen. 

Es mag sich für den einen oder anderen etwas dagegen wehren, sich auch die schönen Empfindungen neutral oder als vergänglich anzusehen, weil wir eben auf jenes positive Gefühl nicht verzichten wollen.

Eine harmonische Situation oder erfreuliches Erleben kann uns tief berühren. Ein Augenblick in der Natur, allein oder mit einem anderen Menschen lässt unser Herz erfreuen. Vielleicht wünschen wir uns dann, von diesem Erleben zehren zu können, wünschen uns vielleicht sogar das es ewig anhalten würde. Doch stellen wir uns vor, jedem Augenblick die Chance zu geben, ihn in seiner ganzen Kraft erleben zu können! Das jeder Augenblick gleich kostbar sein kann, unabhängig davon was aussen ist, oder wer mit uns ist oder in welcher Lage wir uns befinden. Könnte unser Leben nicht aus kostbaren Augenblicken bestehen, wäre es damit nicht viel vielfältiger..? 


Wir können durch die Achtsamkeit lernen, in jeder Situation bewusst im Moment zu sein. Wir verpassen dadurch nichts, im Gegenteil, durch diese Haltung erleben wir alles intensiver. Wir verharren nicht im Negativen, erleben jeden Moment als kostbar und wandelbar. So wie unsere Gedanken und Gefühle sich (ständig) verändern, so verändern sich auch Situationen. 

Wenn wir uns auf den Weg der Achtsamkeit begeben, erkennen wir, dass jedes Gefühl- auch Freude- vergänglich ist.  Aber auch, das Rückschläge oder schmerzhaftes wieder vergehen kann. Vielleicht haben wir den Eindruck, dass manche Gefühle flüchtig sind, andere dagegen haben Bestand. Doch dies ist nur eine Vorstellung des Verstandes, der aus einem Bedürfnis nach Sicherheit den Eindruck von Beständigkeit erweckt. Gefühle, die von anderen Menschen oder Dingen abhängig sind, können in einer Welt des ständigen Wandels gar nicht dauerhaft sein. Das heisst natürlich nicht, dass wir uns an nichts mehr erfreuen sollten, oder das wir keine Freude mehr zulassen. Sondern achtsam sein heisst vielmehr, die Freude als solche anzuerkennen, und das eigene Wohlbefinden nicht vom vergehen der Freude abhängig zu machen. Durch das bewusste empfinden von Freude, anerkennen wir sie, und lassen sie los. Wir machen uns frei von abhängigen Gefühlen, wenden uns dem inneren Glück zu, das weit tiefer ist, da es mit unserem klaren Bewusstsein und dessen Energie in Verbindung steht.


Je mehr wir uns bewusst werden, das alles ständig im Wandel ist, desto freier und unabhängiger werden wir.


„ Alles ist vergänglich. Auch die grössten Glücksgefühle oder Enttäuschungen können nicht ein Leben lang andauern.“ Han Shan



Herzlich,
von Corinne



21.8.2019

Achtsamkeitspraxis: Stille


Laut Studien wirken nur schon zwei Minuten Stille so entspannend, das sich der Blutdruck senkt, und der Blutfluss im Gehirn stimuliert wird. Wir sind in unserem Alltag meist permanenten Reizen ausgesetzt, so dass unser Gehirn diese ständig verarbeiten muss. Dies fordert insbesondere den präfrontalen Kortex und führt zur Ermüdung. Das heisst, je länger wir unserem Gehirn keine Pause gönnen, desto erschöpfter und wenige Leistungsfähig werden wir. Darunter leidet dann unsere Entscheidungsfähigkeit, die Fähigkeit komplexere Dinge zu denken, uns zu konzentrieren und Lösungen für Probleme zu finden.

Ganz abgesehen davon, dass wir uns angespannt, gereizt und gestresst fühlen können.


Stille ermöglicht unserem Gehirn, sich zu erholen und die kognitiven Ressourcen zu regenerieren. Wenn wir also in einen Raum mit wenig oder gar keinen Reizen eintreten, gönnen wir unserem System Zeit um neue Kraft zu schöpfen. Unser Gehirn aktiviert dann Areale, die aktiv sind, wenn keine Aufgaben zu lösen sind und wir durch keine Reize stimuliert werden, ähnlich wie bei der Meditation. In diesen Momenten fällt der Zugang zu unseren Emotionen leichter. Dadurch eignen sie sich auch sehr um zu Reflektieren. 


In die Stille gehen kann auch bedeuten, eine Zeit allein zu verbringen. Sie verschafft uns die Möglichkeit, unsere inneren Stimme wahr zu nehmen. So können wir in der Stille Zeit verbringen, um in uns hinein zu hören. Wir schaffen Raum, in Verbindung mit uns selbst zu sein, uns zu spüren.  Wir nehmen uns Zeit für bewusstes nachdenken. Oder wie Eckhart Tolle sagt: „Stille spricht.“ 

Wir hören uns bewusst selbst einmal zu, was denken und fühlen wir? Vielleicht stellen wir uns auch gewisse Fragen, machen eine Standortbestimmung oder - Überprüfung, fragen wie geht es mir gerade oder überhaupt in meinem Leben..? Oder aber wir verschmelzen einfach mit dem Moment und geniessen die Stille. 

Im Trubel des Alltag finden wir schwerer Zugang zu unserer inneren Mitte und der inneren Stimme die wir doch alle haben. Daher ist Stille so wichtig. Ohne Stimulation, ohne Reizeinwirkungen von aussen finden wir zu unserer inneren Kraft, füllen unsere mentalen und auch körperlichen Ressourcen wieder auf.  Was wir im Alltag vielleicht nicht schaffen, können wir in der Stille in Ruhe anschauen. Dadurch sind wir reflektiert und achtsam in Kontakt mit uns selbst. Und nicht selten kommen uns gerade in diesen Momenten die wichtigsten Erkenntnisse und Ideen, oder verstehen wir Zusammenhänge.


Ob wir einen Spaziergang in der Natur machen, oder uns allein in ein ruhiges Zimmer zurückziehen, die Entscheidung uns einen Freiraum zu schaffen, ab und zu in die Stille zu gehen liegt ganz bei uns selbst.



Zitat eines Zen-Meisters : 

 

„Sitze jeden Tag 20 Minuten. (Sitzen=Zen-Meditation/Stille) 

Wenn du keine Zeit dafür hast sitze 40 Minuten.“ (denn dann stimmt etwas nicht) 😉



Herzlich,
von Corinne



12.8.2019

Achtsamkeits-Tipp: Durch Beobachten Erleichterung finden


Achtsamkeit ermöglicht, unsere Aufmerksamkeit bewusst zu lenken. Wir entscheiden, wohin wir unseren inneren Fokus richten. Was bedeutet, dass wir auch unsere Gedanken und Gefühle beeinflussen können. Es beinhaltet zu erkennen, das Gedanken Gedanken sind, und diese kommen und gehen. Genauso auch Gefühle, auch sie kommen und gehen. 

Durch Gewahrsein dessen was ist, nehmen wir Abstand, und beginnen zu beobachten. Das gibt uns Freiraum zu entscheiden ob wir uns darin verlieren oder uns bewusst anders entscheiden, denn wir sehen was wirklich ist. Denn das bedeutet Gewahrsein: sehen was wirklich ist.

Mit dem Erkennen beginnt Achtsamkeit. Sobald wir achtsam spüren, welche Emotion sich gerade ausbreitet, werden wir zum Beobachter. Hier ist wichtig zu erwähnen, dass das Beobachten nie bewertend oder beurteilend sein soll. Wir treten einfach einen Schritt zurück, und schauen auf die jeweilige Stimmung oder Situation, auf unsere Empfindungen, Gefühle oder Gedanken.


Im Achtsamkeitstraining achtet man auf folgenden Ablauf: 

-Impuls erkennen ohne zu folgen und nicht bewerten

-spüren /beobachten

-Aufmerksamkeit bewusst lenken


Wir werden auf dem Weg der Achtsamkeit lernen, immer mehr zum Beobachter zu werden, so das wir durch unser Gewahrsein die umher tollenden Gedanken und Gefühle, Sorgen, Pläne, Begierden immer öfter nur noch beobachten, ohne dass wir in unserer Gelassenheit gestört werden. Wie auf einem Bildschirm oder durch ein Fernglas, sehen und erkennen wir unsere inneren Abläufe ohne zu beurteilen, um sie dann weiter ziehen zu lassen. Wir können uns auch vorstellen das wir alles aus der Vogelperspektive sehen. Oft lösen sie sich sogar durch das Beobachten schon von selbst auf.


So stellen wir auch fest, dass wir  immer weniger  das Negative aufrecht erhalten, indem wir negativen Gedanken keine weitere Nahrung geben. 

Dadurch hadern wir dann auch nicht mehr so sehr, wir lenken uns nicht ab, wir verstricken uns nicht, sondern wir akzeptieren die momentane Situation und die dazugehörigen Gefühle etc. Widerstände können  losgelassen werden, und wir beenden dadurch unnötiges zusätzliches Leiden. Wir halten achtsam inne, nutzen den damit einergehende Freiraum, und werden uns unserer inneren Abläufe  gegenüber wach und bewusst.


Herzlich,

von Corinne


„Achtsamkeit ist ein aufmerksames Beobachten, ein Gewahrsein, das völlig frei von Motiven oder Wünschen ist, ein Beobachten ohne jegliche Interpretation oder Verzerrung.“ 

JIDDU KRISHNAMURTI




Viele andere Tipps aus dem Achtsamkeitstraining findest du hier:

5.8.2019

Versöhnen anstatt abwehren

Stress ist für viele heute zu einem Dauerzustand geworden. Oft sogar fast schon chronisch. Das Gehirn wird extrem und dauernd beansprucht, steht ständig unter Strom und Anspannung. Dadurch fordert es geradezu nach ständig neuen Reizen. 

Doch unser Gehirn und unseren Körper brauchen eine Balance von Anspannung und Entspannung. Stress blockiert die Fähigkeit unsere Körpers, diese Balance zu finden.

Unser Körper verfügt jedoch über eine natürliche Selbstregulierung, diese wird aber durch Stress, sei es nun gedanklich im Innen oder durch äussere Sressoren, gehemmt. Dadurch kann es sein, dass wir gar nicht mehr spüren, wie gestresst wir eigentlich sind. Oft bemerken wir das dann erst, kurz bevor wir seelisch oder körperlich zusammenbrechen.


Hier kann die Achtsamkeit eingreifen. Sie wird zwar den Stress nicht auflösen, aber sie kann uns dabei helfen, bewusst wahrzunehmen was gerade geschieht, und welche Gedanken uns antreiben. Sie sensibilisiert uns, genau darauf zu achten, welche Reize eine reale Bedrohung sind, und welche lediglich in den Gedanken eine Bedrohung zu sein scheinen. 

Wir lernen zu erkennen, das es unsere Gedanken und Bewertungen sind, die uns Stress verursachen. So kann es umgekehrt aber auch bedeuten, dass unsere Gedanken dazu führen können, Entspannung herbeizuführen, bzw. eine körperliche Entspannungsreaktion auslösen.

Diese achtsame Haltung bedingt jedoch die Verbindung zu uns selbst. Sie ermöglicht uns anzunehmen und uns mit der jeweiligen Situation/Zustand zu versöhnen. Das heisst, erst einmal alles was gerade ist freundlich und mitfühlend anzunehmen. Allein diese Änderung der eigenen Haltung bewirkt einen entspannteren Umgang, führt zu einen entspannteren Blickwinkel. Auch fühlt es sich selbstbestimmter an, was sich positiv und kraftvoll auf die Gestaltung des eigenen Lebens auswirkt. Denn je mehr wir belastendes, stressmachendes verdrängen und ablehnen, desto bedeutender und „grösser“ wird es.


Ein paar Zahlen :


Stress und Angst lösen körperlich identische Reaktionen aus, wobei unerheblich ist, ob real oder konstruiert in unseren Gedanken.


Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt:


  •  40% unserer Gedanken kreisen um Dinge die nie geschehen
  • 30% unserer Ängste und Sorgen Drehen sich um  die Vergangenheit
  • 10% sind ungerechtfertigte Sorgen um die Gesundheit
  • 10% aller Ängste und Befürchtungen beziehen sich auf belanglose, unwichtige Dinge
  • lediglich 8% der Ängste und Sorgen sind begründet


Dies zeigt auf fast erschreckende Weise, wie sehr unser Geist mit Befürchtungen und Unsicherheiten beschäftigt ist.

Sich dessen bewusst zu werden sollte uns helfen, einen Ausgleich von Anspannung und Entspannung zu schaffen, damit wir, z.B. in der Stille zur Ruhe kommen können, um wieder klar zu sehen und zu erkennen.



„Letztlich ist Glück eine Frage des Wählers zwischen dem Unbehagen, sich seiner geistigen Nöte bewusst zu werden, und dem Unbehagen, von ihnen beherrscht zu werden.“

(Y.M. Rinpoche)

30.7.2019

Wie Musik aus einem hohlen Schilfrohr klingt, wie Pilze aus dunkler, warmer Erde spriessen, erscheinen Freude und Ärger, Glück und Leid, Hoffnung und Angst, Stärke und Schwäche, Demut und Eigensinn, ständig in uns, Tag und Nacht.

Niemand weiss woher sie kommen, sei unbesorgt und lass sie sein. 

Wie könnten wir alles verstehen, in nur einem Tag.


(aus dem Buddhismus)

20.7.2019

Achtsamer Umgang mit Gefühlen

Oft wird das in Kontakt treten mit unseren Gefühlen mit der Angst damit verbunden,  darin zu versinken, sich darin zu verlieren und nicht mehr rausfinden zu können, oder übermannt zu werden. 

Der Umgang und das Fühlen der eigenen Gefühle, fällt darum vielen Menschen schwer. Daher werden sie verdrängt, nicht zugelassen. Gefühle überhaupt wahrzunehmen, oder gar zu zeigen, ist für viele schwierig. Gerade negative und unangenehme Emotionen wollen wir lieber vermeiden. Doch es ist nicht möglich, keine Gefühle zu haben, und das Verdrängen kann schwere Folgen haben. 

Man kann sich einen Dampfkochtopf vorstellen, um sich so die inneren Mechanismen zu veranschaulichen. Die Kraft und die Gefahr die hinter verdrängten Gefühlen steckt ist ähnlich diesem Bild. Es besteht der Wunsch, die Situation durch zurückhalten von Gefühlen kontrollieren zu können, das wäre wie wenn man den Topf, in dem erheblicher Druck besteht zuhalten wollte. Der Druck nimmt jedoch dadurch nicht ab.


Die Fähigkeit, sich selbst zu spüren, zu fühlen oder auf unsere Intuition zu hören geht mehr und mehr verloren, je mehr wir Gefühle wie Angst, Traurigkeit, Wut etc. nicht zulassen, und versuchen zu verdrängen. Oft  neigen Menschen dann zu ausgeprägtem Aktionismus, sind ständig aktiv, um sich auch so von dieser inneren Leere die entsteht abzulenken.

Doch Vorsicht..! Das ständige Verdrängen von Gefühlen kann konkrete Folgen habe. Die verdrängten Gefühle sind ja nicht verschwunden wenn wir sie verdrängen, sie wandern stufenweise nach „unten“. Anfänglich ist das Gefühl  wenn wir es bemerken in unserem Bewusstsein, in  unserem Verstand. Wird das Gefühl dann wie beschrieben verdrängt, fällt es sozusagen in die nächste Etage tiefer, in unser Unterbewusstsein. Es scheint dann im ersten Moment verschwunden, kommt erst wieder zum Vorschein, wenn wir uns daran erinnern. Im normalen Alltag bemerken wir es vielleicht nicht mehr. Wird nun das Gefühl weiterhin nicht beachtet und verdrängt, sinkt es wiederum in die nächste Ebene, in unser Tiefenbewusstsein. Nun ist es möglich, dass wir dieses Gefühl dann zum Beispiel in unseren Träumen gespiegelt bekommen, oder es zeigt sich, indem wir (scheinbar ohne ersichtlichen Grund) unruhig, nervös, traurig oder aggressiv sind. Wollen wir es nun immer noch nicht spüren und uns bewusst machen, rutscht es noch tiefer, in die stoffliche Ebene. Das wäre dann unser Körper. Nun kann es sein, dass  uns irgendwo in unserem Körper etwas unangenehm zu schaffen macht. Wir haben vielleicht Schmerzen, (Rücken, Nacken, Schultern, Magen/Darm, Kopf…) oder verschiedene andere Symptome treten auf, die eventuell auch einer Krankheit zugeordnet werden können, oder die als psychosomatisch eingestuft werden, wenn von ärztlicher Seite kein organisch spezifischer Befund erkannt werden kann. 


Gefühlen sollten wir daher mit Offenheit begegnen, wahrnehmen und zulassen, um zu verhindern, dass es soweit kommt. Im Achtsamkeitstraining lernen wir das zu tun, ohne zu bewerten und zu verurteilen oder uns darin zu verlieren. 

Wir werden ermutigt, uns mit dem was sich da zeigt anzufreunden, und darin einzutauchen ganz gleich, was es ist. Wir können lernen, unseren Gefühlen Raum zu geben, und verstehen, dass wir unserem Denken und Fühlen nicht machtlos ausgeliefert sind.



Herzlich,

von Corinne


Mehr zum achtsamen Umgang mit Gefühlen zeige ich dir in meinem Achtsamkeits-Onlinetraining!




13.7.2019

Mini Achtsamkeit-Übung für den Alltag: Innehalten

Diese kleine Übung dient dazu, sich den gegenwärtigen Moment bewusst zu machen. 

Oft ist unser Alltag bestimmt von Routine und Abläufen. Wir denken vielleicht während wir etwas tun an das was noch alles getan werden muss, und hetzen nur so durch den Tag. Dabei fühlen wir uns gestresst, und  dadurch erleben wir dann oft auch in der freien Zeit ständige innere Unruhe. Die Dinge verrichten wir, weil wir es tun müssen und wenden uns ihnen gar nicht wirklich zu. Vielleicht haben wir am Abend sogar das Gefühl, doch nicht alles getan zu haben was wir uns vorgenommen haben.

Dadurch entsteht mehr Stress. Wenn es uns gelingt, die Dinge die wir tun in einem bewussten Zustand der gegenwärtigen Aufmerksamkeit zu verrichten, wenn wir was wir tun ruhig und konzentriert tun, dann erleben wir den Moment und sind präsent im Hier und Jetzt. 


Das Tor zum gegenwärtigen Moment ist unser Atem. Über ihn können wir beginnen, in unserem Alltag kleine Pausen der Achtsamkeit einzubauen. 

Eine wunderbare Möglichkeit ist, über den Tag immer wieder innezuhalten und einfach dreimal ganz bewusst tief ein - und aus zu atmen. Wenn wir neu damit beginnen, kann es sehr hilfreich sein, sich zum Beispiel kleine Notizzettelchen an Orte zu kleben, die man über den Tag mehrmals sieht. (Computer, Spiegel, Bürotisch, Türklinke, Waschbecken, Steuerrad beim Auto,Handy, oder ein kleines Kreuz oder Punkt auf der Hand… usw.), es muss nichts draufstehen. Überall dort erinnert uns die Notiz dann daran, kurz innezuhalten und zu atmen. 

Entschleunigung pur..! 😉



Herzlich,

von Corinne

Achtsamkeit als Haltung im Alltag und im Leben

6.7.2019

Achtsamkeit, ist kein starres Lehrsystem, dass uns vorschreibt, uns in jedem Moment in unserem Leben in einem meditativen Zustand zu befinden. Es ist auch nicht nur eine meditative Technik, fernab vom Alltag. Achtsam sein bedeutet, dass wir eine Haltung einnehmen, die es uns ermöglicht, den gegenwärtigen Moment zu erkennen. 

Die Achtsamkeitsmeditation ist letztlich eine Möglichkeit, diese Wahrnehmung des Gegenwartsmoments zu schulen, und zu trainieren, um so im Alltag besser darauf zurückgreifen zu können.

 

Es bieten sich im alltäglichen Leben viele Situationen an, achtsam zu sein ohne das wir zurückgezogen meditieren. Der bewusste und bezogene Kontakt mit anderen Menschen oder Dingen die wir tun, alltägliche Verrichtungen wie abwaschen, duschen, putzen, einkaufen und vieles mehr. Natürlich können wir das trainieren, indem wir all diese Dinge anfangen bewusst zu tun, und uns auf eine Sache konzentrieren. Wenn wir dies üben, können wir es dann auch bei der Arbeit oder in anderen Bereichen wo Konzentration gefordert ist besser anwenden. 


Auch eine offene Zuwendung im Austausch zu anderen Menschen, Zuhören, Sprechen, Feinfühligkeit, der Kontakt zu Tieren, Signale wahrnehmen, das Spüren einer Verbindung, all das ist Achtsamkeits-Praxis. Zudem werden wir emphatischer, und können anderen Menschen oder Situationen, aber auch uns selbst mit mehr Mitgefühl und Verständnis begegnen.


Viele Menschen sind auch sehr achtsam, ohne es so zu nennen. Wenn ein Gärtner zum Beispiel mit voller Hingabe Pflanzen hegt und pflegt, wenn ein Musiker sich in seiner Musik total vergisst, ein Maler sein Bild in seinen Farben und Formen wiedergibt, ein Künstler seine Wahrnehmung der Dinge in seiner Art gestaltet…

Alles was wir mit Hingabe tun, ist achtsames Tun.

Herzlich,
von Corinne


Mehr Tipps und Übungen Achtsamkeit in deinem Leben anzuwenden bekommst du in meinem Achtsamkeits Online-Training..! 
 
Schau hier:

Ankommen bei dir selbst - Zeit für dich

29.6.2019

Bei sich selbst sein bedeutet, sein eigenes Leben leben, und nicht nach fremden Vorgaben. Es geht auch um Selbstliebe, darum, von der gesellschaftliche oft auferlegten Selbstoptimierung wegzukommen zur Selbstakzeptanz und einem persönlichen Leben. Ein Leben, das ein selbstgelebtes Leben ist.


Es braucht nicht viel, um jeden Tag ein paar Minuten bei sich selbst anzukommen. Doch dadurch können wir lernen, zu mehr Gelassenheit und inneren Frieden zu gelangen, und es führt uns raus aus dem Hamsterrad und daraus, durchs Leben zu hetzen. 


Es geht mehr um Sein als um ständiges Tun. Darum, sich täglich ein paar Minuten Zeit für sich zu nehmen. Still zu werden, Innehalten, dem Atem Aufmerksamkeit schenken, ankommen. Sich selbst bewusst wahrnehmen, entspannen, sich selbst spüren und dadurch auch die eigenen Bedürfnisse.

Einfach Sein. Allein Sein. Reflektieren kann zusätzlich rein fliessen, muss aber nicht.


Was es braucht ist lediglich die Bereitschaft und den Willen, sich diese paar Minuten täglich zu nehmen. Dies ist nötig, damit wir Achtsamkeit und Selbstfürsorge kultivieren können. Dafür braucht es Regelmässigkeit, damit wir unserem Körper und unserem Inneren, uns selbst begegnen. Erkenntnisse  können so ebenfalls entstehen, um sie nach und nach ins Leben zu integrieren. 


Täglich ein paar Minuten


In diesen paar Minuten begegnen wir also jeden Tag uns selbst. Das braucht vielleicht für den Ein oder Anderen etwas Mut. Denn es bedeutet, sich jeden Tag wertfrei, offen und neugierig zu betrachten. Dies beinhaltet sowohl unsere hellen,- aber auch unsere Schattenseiten. Nur so spüren wir mit der Zeit unseren „inneren Kern“ und unsere wahren Bedürfnisse, lernen uns selbst besser kennen, und uns so zu akzeptieren wie wir sind, und auch das was in unserem Umfeld geschieht. (hiermit ist nicht gemeint, dass wir nicht an uns arbeiten sollten, und das wir resignieren oder alles gutheissen.)

Inneren Druck, ein perfekter Mensch zu sein, oder nichts falsch zu machen dürfen wir loslassen. Wir anerkennen uns als das was wir sind, wir dürfen un-perfekt sein, mit all unseren Ecken und Kanten. Wir akzeptieren, dass wir gewisse Dinge gut können, andere eben nicht so gut.

Dazu geben wir uns täglich den Raum, um unsere Erkenntnisse ins Leben zu bringen. 

Achtsamkeit ist die Basis, ganz bei sich selbst anzukommen. Denn durch sie versuchen wir wertfrei von Moment zu Moment in der Gegenwart zu sein. So können wir uns selbst in diesen Momenten begegnen, und erkennen mehr und mehr unsere Denkmuster und Verhaltensweisen, und können die nicht wertschätzenden und hinderlichen zunehmend verändern, in wohlwollender und aufbauender Weise.


Es wir immer wieder Tage geben, an denen wir uns nicht die Zeit nehmen wollen oder mögen, achtsam mit uns zu sein, und wir in alte Verhaltensmuster fallen, oder das Gefühl haben, ganz weit weg von uns zu sein. Das ist völlig normal. Wichtig ist nur, uns dann immer wieder zu motivieren, das Ziel, bei uns zu sein, uns die paar Minuten zu nehmen wieder vor Augen zu halten und dran zu bleiben. 

Eine Möglichkeit wäre, sich z.B. vorzunehmen, einen Monat lang jeden Tag diese Zeit zu nehmen, und das dann konsequent durchzuziehen. Es können auch nur 10 Minuten sein!


Bitte setze dich aber nicht unter Druck! Das wäre ganz die falsche Richtung, denn es geht nicht um Selbstoptimierung und sollte kein Wettkampf werden. Es geht um Selbstakzeptanz und darum, dich selbst zu spüren, bei dir anzukommen. Ohne Wertung! Auch die kleinen Erfolge sind wichtig anerkannt zu werden, dann nämlich wenn es dir gelingt, bei dir selbst anzukommen.

Wertschätze dich dafür, dass du dir diese Zeit schenkst, die Zeit für dich selbst!


Vielleicht baust du das auch betständig in dein Leben ein, dadurch ändert sich einiges. Durch das Praktizieren deiner Achtsamkeit wirst du bewusster in allen Bereichen deines Lebens. Reflexion ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil. 

Das äussert sich oft schon in alltäglichen Dingen. Du wirst achtsamer im Umgang mit deinen Bedürfnissen, aber auch mit deinem Umfeld. Vielleicht spürst du mehr und mehr, was dir gut tut und was du besser bleiben lässt, wo du dich überforderst, wann du eine Pause braucht bevor du total ausgebrannt bist, und so weiter.


Es lohnt sich auf jeden Fall, dran zu bleiben, und dir diese Zeit für dich zu nehmen!

Herzlich,
von Corinne




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Der innere Saboteur-sprenge die Ketten !

22.6.2019

„Ich kann das nicht“, „ich bin zu wenig gut“, „ich schaffe das nicht“, „ich bin zu dumm, zu dick, zu klein…etc.“, „das wird niemals gut gehen“, „das hat noch nie geklappt“, „ ich bin schwach“, …

Diese Sätze könnte man endlos weiterführen, und kennt wahrscheinlich jeder von uns. Es ist die Stimme unseres inneren Saboteurs, man kann ihn auch innerer Zweifler nennen. Hörst du ihn auch manchmal? Es kann sein, dass wir ihn oft gar nicht bemerken, weil er sich so vertraut anfühlt. Vielfach führt er sozusagen ein Eigenleben, und hat sich schon längst verselbständigt. Trotzdem ist die Kraft dieser Sätze enorm in den Auswirkungen auf uns.

Hier können wir lernen achtsam zu sein, und zwar indem wir anfangen zu erkennen, wenn diese Stimme aktiv wird. Dadurch wird uns bewusst, was vor sich geht. Wir können beginnen, unsere Aufmerksamkeit zu schulen, und bemerken so diese konstruktiven Abläufe in unseren Gedanken. 
Hab ich mal wieder so einen Gedanken erwischt, sage ich dann oft:„Hallo! Na…bist du auch wieder da..!?“ (für mich ist wichtig den Tatsachen manchmal auch mit Humor zu begegnen, und hilft mir, Dinge, oder auch mich selbst manchmal nicht all zu ernst zu nehmen😉) Wichtig dabei ist, nicht in die Bewertung zu gehen, sondern einfach anzuerkennen, das gerade der Saboteur am Werk ist. Begegnen wir ihm erstmal gutmütig und wohlwollend, und verurteilen ihn nicht. Wir sollten ihn nicht niedermachen, aber auch nicht uns selbst überschätzen oder die Dinge schönreden.

Dann können wir uns vielleicht einmal die Zeit nehmen, und uns diesen Sätzen widmen. Wir stellen uns die Frage:“ Ist das was ich da denke eigentlich wahr, ist es aktuell?“ Oft stammen diese Formulierungen nämlich aus der Vergangenheit, durch gemachte Erfahrungen oder Konditionierungen vielleicht sogar aus unserer Kindheit. Überprüfe also genau, ob das was „du“ da denkst auch wirklich (noch) stimmt.

Es gehrt darum, diese Sätze einer Überprüfung zu unterziehen. Vielleicht sind sie längst überholt, wirken aber unbewusst noch immer in uns. Darum ist es wichtig, uns dessen bewusst zu werden, damit wir nicht unbewusst davon gesteuert und beeinflusst werden. Schliessen wir also erst einmal Frieden mit unserem Zweifler, wenn wir ihn erkannt haben.

Es gibt aber auch einen positiven Aspekt, nämlich der, dass er uns davor warnen will, bestimmte Fehler oder Verhaltensweisen aus der Vergangenheit nicht zu wiederholen. Dann ist es auch nötig, dies zu prüfen, und ihm seine Berechtigung zuzugestehen.

In der Philosophie der Achtsamkeit spricht man vom „Anfängergeist“. Gemeint ist, möglichst jeder Situation oder den Dingen überhaupt so zu begegnen, als ob es das erste Mal wäre. Es bedeutet Unvoreingenommenheit und Neutralität gegenüber dem was uns begegnet. Die Sätze von unserem Saboteur sind genau das Gegenteil, sie sind geprägt von alten Erfahrungen. Bleiben wir also offen für neue Erfahrungen und Ereignisse, und lassen uns nicht einschränken durch diese Glaubenssätze unseres Saboteurs. Wenn es uns gelingt, diese Ketten zu sprengen die uns binden, werden wir wieder ein Stück freier.


Herzlich,

von Corinne




28.5.2019

Monkey-Mind, Annehmen, und was Achtsamkeit ist und nicht ist…

Emotionen, Gefühle und Gedanken 


Der Umgang mit unseren schwierigen Gefühlen und Emotionen ist mitunter eine der Grössten Herausforderungen für uns Menschen. Die vorherrschenden Gefühle sind fast immer: Angst, Trauer, Schmerz, Wut oder Verzweiflung. Wir müssen verstehen, was für einen gewaltigen Einfluss unsere Gedanken und daraus entstehende Gefühle auf unser Wohlbefinden haben. Alles was wir denken und fühlen, hat direkten Einfluss auf unsere körperliche Ebene und dem damit verbundenen Empfinden. Doch ein Leben ohne Denken und Fühlen ist unmöglich. Wir können nicht nicht denken oder nicht fühlen! Aber wir können den Umgang mit unseren Gedanken/Emotionen, und unserem Geist beeinflussen. 


Monkey-Mind

In fernöstlichen Traditionen z.B. spricht man vom „Monkey-Mind“,(Affengeist) was bedeutet, das unser Geist einem kleinen Äffchen gleicht, dass unaufhörlich in unserem Kopf herumtollt. Es sorgt für ständig kreisende Gedanken, grübeln, sich Sorgen um die Zukunft oder Vergangenheit machen usw. Also „unproduktives Denken“. Auch der Verstand macht mit uns was er will. Wie ein quirliges Äffchen das von Baum zu Baum springt, so folgt unsere Aufmerksamkeit den unterschiedlichsten Reizen.(Gefühlen, Gedanken und Emotionen) Was zu Unruhe, Unwohlsein und Stress führt, und uns längerfristig schaden kann. 

Eine Methode, dieses Äffchen zu beruhigen, zu zähmen und „unter Kontrolle" zu bekommen besteht darin, dass wir uns dessen bewusst werden, also bemerken was vor sich geht, und anfangen zu beobachten. Wir schenken ihm Beachtung, wir anerkennen es erstmal. (beurteilen und verurteilen aber nicht)                                  
Dies können wir erlernen und üben, durch die Lehre der Achtsamkeit und Achtsamkeit-Training. 


Konditionierungen, Verdrängung

Viele von uns lernen von klein auf, das man Gefühle wie Trauer, Wut, Schmerz und Angst etc. nicht zeigen darf. Oder dass sie „nicht gut“ sind, und die man „nicht haben" sollte. Gefühle sollen nicht von anderen gesehen werden, geschweige denn darüber gesprochen werden. Dies hat natürlich zur Folge, dass wir sie auch selbst nicht spüren wollen, und wir verdrängen sie vielleicht sogar automatisch. Dies führt wiederum dazu, dass wir eine Abwehrhaltung einnehmen und Widerstand aufbauen. Nein, will ich nicht! Und genau dieser Widerstand erzeugt wieder neuen Druck und Stress, wir sind noch angespannter oder ängstlicher. Das Gefühl verstärkt sich, auch wenn wir meinen, durch Nichtbeachtung sei es weg. Das ist Verdrängung, es ist nicht verschwunden, es „lodert unbearbeitet“ im Unterbewussten. Möglicherweise aber schon bald machen sich dann körperliche Symptome bemerkbar, als Zeichen, dass etwas nicht stimmt. Das können Verspannungen sein, Magen-/Darmbeschwerden, Kopfschmerzen, innere Unruhe und Nervosität, Rücken- und Schulterprobleme, Schmerzen bis hin zu Panikattacken oder Angstzuständen. Gefühle und das Denken haben sowieso immer einen enormen Einfluss auf unseren Körper, aber eben gerade auch dann, wenn wir sie nicht wahrhaben wollen und sie verdrängen. 


Annahme 

Eine Möglichkeit besteht darin, die Gefühle im Kopf zu analysieren. Sie werden ergründet, begründet und analysiert. Was nicht unbedingt zu positiven Ergebnissen führt, weil meist auch gleichzeitig bewertet wird. Oft verlieren wir uns sogar in Grübeleien und schweifen besorgt in die Vergangenheit oder die Zukunft. Auch sich dagegen wehren hat keinen positiven Einfluss, selbst dann, wenn Gefühle beachtet werden, aber gleichzeitig abgelehnt. Das heisst, auch Gefühle und Emotionen denen wir Beachtung schenken, wirken auf der somatischen Ebene. Annehmen aber mildert das Ganze, und führt letztendlich zu Ent-Spannung. Der Druck nimmt ab. 

In der buddhistischen Tradition lehrt man diesen Weg des Annehmens. Hier geht es in erster Linie darum, das Gefühl oder die Emotion (wertfrei) anzunehmen. Dies ist ein anderer Ansatz, denn das Analysieren fällt weg. Annahme ist eines der wichtigsten, wenn nicht das Wichtigste Prinzip in der buddhistischen Psychologie und der buddhistischen Lehre. Es hat aber gar nichts mit Resignation, Hinnehmen oder Verdrängung und Wegsehen zu tun. Annehmen heisst, den Ist- Zustand zu akzeptieren. Annehmen was ist, Widerstände aufgeben. Warum soll ich mich auch gegen etwas wehren was sowieso schon da ist? Die Gedanken und Emotionen lassen sich nicht auslöschen, nur weil wir sie nicht wollen. Wir müssen sie nicht gutheissen, aber sie haben alle ihre Daseinsberechtigung und sind unumgänglich. Wir können nicht aufhören zu denken, dafür ist unser Hirn nicht gemacht. Wir haben jedoch Einfluss darüber, wie wir unseren Emotionen und Gedanken begegnen und mit ihnen umgehen, und das ist der Punkt. 

Dazu kommt ein weiterer wichtiger Punkt: Das Beobachten. Wir gehen innerlich einen Schritt zurück, und beobachten, bewertet wird jedoch nicht. Wir akzeptieren, beobachten und lassen dem Gefühl und der Emotion ihre Berechtigung. Mehr nicht. Allein dadurch verändert sich einiges.-                                                                         
(Es kann natürlich sein, dass sich das Gefühl oder die Emotion im Moment des Zulassens verstärkt. Dies dauert jedoch lediglich ca. 2 Minuten, dann lässt die Intensität des erlebten Gefühls in der Regel nach.) 


Die Achtsamkeit-Praxis ist ein Prozess

Achtsamkeit ist nichts, was wir von heute auf morgen zu 100 Prozent umsetzten und lernen können. Und schnell geht dieser Prozess nicht unbedingt. Dies gilt auch für das Annehmen. Es ist ein wichtiger Teil der Achtsamkeit, und wie die anderen Prinzipien nur Schritt für Schritt zu erreichen. Am günstigsten ist es, wenn wir diese üben wenn es uns gut geht, dann können wir darauf zurückgreifen in einer schwierigen Situation. Gerade weil wir in vielen Bereichen stark konditioniert sind, und vieles oft über Jahrzehnte gelebt und /oder gedacht haben, ist es so schwer Gewohnheiten und Glaubenssätze zu verändern. Es ist mitunter etwas vom Schwierigsten. Wir alle leben in Routine und Gewohnheiten, und verlassen meist nur ungern unsere gewohnte Komfortzone, selbst dann, wenn sie uns nicht mehr gut tut. 

Achtsamkeit im eigenen Leben umzusetzen braucht vielleicht etwas Zeit und Wille, und letztendlich auch Geduld, doch es ist ein lohnender Weg. Ein Prozess, der uns näher zu uns selbst bringt, und das Leben erleichtert und bereichert.                               

Falsch wäre, wenn man Achtsamkeit als eine Art Disziplin oder Effizienzsteigerung ansehen würde, bei der man möglichst viel leisten, und schnell ein Ziel erreichen muss. Das Gegenteil ist der Fall. Wir müssen kein Ziel erreichen, alles ist zunächst einmal gut so wie es ist. Auch wir selbst. Schritt für Schritt gehen wir in unserem eigenen Tempo voran, ohne Druck irgendetwas erreichen zu müssen. Vieles verändert sich sowieso wie von alleine, wenn wir die Prinzipien und Elemente der Achtsamkeit erst einmal kennenlernen und dann verstehen und anwenden. 

Die Achtsamkeit-Praxis aber muss umgesetzt und angewandt werden, bis sie eine Veränderung unseres Wohlbefindens und unserem Verhalten/Denken herbei führt. Es genügt nicht, etwas zu lesen und zu verstehen. Es muss sich sich in unserem Gehirn durch das aktive Tun neu verankern, bis es seine Wirkung zeigen kann. Dies dauert für jeden unterschiedlich lang, aber das disziplinierte Üben zeigt schon bald Wirkung. Nur durch das ständige Anwenden im Alltag, kann sich das Verhalten und die Sichtweise verändern, und damit auch unsere Haltung.                                                       

Annehmen ist ein guter 1. Schritt. Wir können es im Kleinen wie im Grossen anwenden. Bei unseren „negativen“, schädlichen Gedanken und Emotionen können wir zum Beispiel beginnen. Durch Annahme verändern wir die Energie und die Widerstände rauben uns nicht mehr unsere Kraft, was zu Entlastung und mehr Leichtigkeit führt. Achtsames Annehmen schenkt mehr Frieden in allen Situationen. 


Achtsamkeit verstehen, umsetzen, und trainieren ist eine Entscheidung die man trifft, man macht sich auf den Weg der achtsamen Lebensführung, und schlussendlich auf den Weg zu sich selbst.-


Wenn du auch diesen Weg gehen möchtest, ich begleite dich und zeige dir die achtsame Lebensführung Schritt für Schritt…! In meinem online Achtsamkeits-Training. Machen wir uns gemeinsam auf den Weg! 


Herzlich,

von Corinne




10.6.2019

Achtsamkeit-Übung: Innere Stille

In dich hinein spüren...

Diese kurze Übung trainiert das Wahrnehmen deines Innern über den Atem. Du kannst dies in deinen Alltag einbauen, immer dann, wenn du dich gestresst und unkonzentriert fühlst, oder wenn du erschöpft bist, oder einfach zwischendurch als kleines Achtsamkeit-Training.

Du bringst so deinen Geist zur Ruhe, schöpfst neue Kraft, und findest zu dir und deinem inneren Potential, durch das du in deinem Körper ruhst und atmest. Deine Gedanken und Emotionen Verschwinden nicht unbedingt, aber sie ruhen. So kannst du entscheiden, welchen deiner Gedanken und Emotionen du Aufmerksamkeit schenken möchtest, und durch das betrachten entsteht eine gewisse Distanz. Du bist also nicht länger ein Spielball deines Geistes.

Dein Atem steht dir immer zur Verfügung, in jeder Situation weisst du um diese Sicherheit, und kannst darauf zurückgreifen. Indem du bewusst und achtsam atmest, beruhigt sich dein Geist, die Gedanken werden friedvoller und beruhigen sich ebenso, so sieht du wieder klarer, und kannst bewusster handeln.

Diese Übung dauert lediglich ein paar Minuten, diese kurze Zeit hat aber eine enorme Wirkung. Diese Stille in dir ist immer vorhanden. Du hast die Wahl, und es liegt nur an dir, dich damit zu verbinden. Es ist die Kraftquelle in dir, und egal wie stressig dein Alltag sein mag, du hast immer die Möglichkeit dich über deinen Atem dorthin zu begeben. Je öfter du dies nutzt, desto zentrierter und gelassener wirst du. Ausserdem stärkst du so deine Stressresistenz.

Eine wertvolle Minute als Wertschätzung an dich selbst.


Übung:

Setze dich auf einen Stuhl, richte deine Wirbelsäule gerade, deine Füsse stehen parallel auf dem Boden, deine Hände ruhen in deinem Schoss. 

Schliesse nun deine Augen. 

Atme für etwa eine Minute ruhig und gleichmässig ein und aus, höre auf die Stille in dir. 

Du fokussierst dich nur auf die Stille in dir. Wenn du Geräusche wahrnimmst, nehme sie wahr und benenne sie. (Auto das vorbei fährt: Auto. Ticken der Uhr: Ticken. ) 

Lasse dich nicht ablenken, konzentriere dich nur auf deinen Atem, auf deine innere Stille. 

Spüre dabei, wie sich dein Körper entspannt, wie sich deine Gedanken ebenfalls beruhigen und entspannen...

Zum Abschluss atmest du 1-3 Mal tief in deinen Bauch ein und aus, und öffnest langsam deine Augen. 

Spüre einen Moment nach.--

..............................


Herzlich,

von Corinne


Falls du mehr solcher Übungen kennenlernen möchtest die deine Achtsamkeit trainieren, 
schau :

3.6.2019

Sorgen und Ängste

Angst und Stress lösen körperlich die gleichen Reaktionen aus. Stress ist daher immer Bestandteil der Angst. Die Angst wird allgemein ausgelöst durch potenziell bedrohliche Reize. Unerheblich ist dabei, ob diese Bedrohungen tatsächlich bestehen oder, lediglich als Gedanken in und von uns konstruiert werden. Angst führt also in uns zu einer Kampf- oder Fluchtreaktion, unabhängig davon, ob diese nun real ist oder nur in unserer Vorstellung. Unser Gehirn unterscheidet das nicht, weil wir aus frühster Zeit darauf programmiert sind, wenn Gefahr droht so zu reagieren. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass 40 Prozent unserer Ängste und Sorgen um Dinge kreisen, die nie geschehen. Weitere 30 Prozent drehen sich um die Vergangenheit, 10 Prozent sind ungerechtfertigte Sorgen um unsere Gesundheit. Und 10 Prozent aller Ängste und Befürchtungen beziehen sich auf belanglose, unwichtige Dinge. Nur gerade 8 Prozent unsere Ängste und Sorgen sind begründet.(!) Das heisst auch, ca. 90 Prozent in unserem Geist sind Sorgen und Ängste. Die wenigsten bewahrheiten sich tatsächlich. (Schau einmal zurück, wie oft du dir Sorgen gemacht hast in der Vergangenheit, und wie oft sind sie wirklich „wahr“ geworden…?) Irgendwie fast schon erschreckend, wie sehr unser Geist mit Befürchtungen und Sorgen belastet und beschäftigt ist oder?😁


Was hilft? 
Lebe im Moment, im Hier und Jetzt. ATME. Lass los. 

Es ist ganz normal, dass wir Gefühle der Angst nicht gerne spüren, und nicht haben wollen. Schnell wollen wir sie loswerden und lehnen sie ab. Doch dadurch sind sie natürlich nicht verschwunden, im Gegenteil, Widerstand erzeugt noch mehr Druck.

BEGINNE ZU ERKENNEN, wenn du mit deinen Gedanken in die Vergangenheit oder Zukunft gleitest. Beobachte.

Erinnere dich in Situationen der Angst und der Befürchtungen und Sorgen über deine ATEM immer wieder, in den jetzigen Moment zu kommen. Spüre in deine Angst, in deine Befürchtungen und lass sie einen Moment da sein. NIMM SIE AN. Gib deinen Widerstand dagegen auf, erlaube dir zu fühlen was du fühlst, bewerte aber nicht. Es ist nicht schlimm, dass du so fühlst, es ist ok. Es darf so sein.

ATME in deinen Bauch. Fokussiere dich ganz auf die Präsenz. Dann lass die Gefühle von Angst und Befürchtungen durch dich hindurch fliessen. Lass sie ziehen und lass sie los.

Konzentriere dich auf deinen treuen Begleiter, deinen Atem. Und lass alles durch dich hindurch- und weiterziehen.

Denke daran, du BIST nicht deine Gefühle, es SIND einfach deine momentanen Gefühle, aber Gefühle und Emotionen kommen und gehen. Und vergewissere und überprüfe dich wenn du Sorgen und Ängste spürst immer wieder, ob diese angebracht oder berechtigt sind, ob sie „wahr“ sind.

Hab Geduld und Mitgefühl mit dir, auch dies ist ein ständiger Prozess der Achtsamkeit-Praxis. Es braucht seine Zeit, aber wenn du das immer wieder übst, wirst du schnell eine positive Veränderung feststellen. Bleib dran..!😉


Herzlich,

von Corinne

23.5.2019

Achtsamkeit im Alltag

Automatische Reaktion erkennen - nicht reagieren- angemessen reagieren

Kennst du das.? Jemand sagt etwas zu dir oder es geschieht etwas bestimmtes, und du gehst sofort an die Decke oder reagierst beleidigt, wirst traurig oder verletzt, oder ziehst dich sofort zurück.? Es dauert keine zwei Sekunden und wir sind auf 180 oder verhalten uns entsprechend unseres ersten Impulses. Bemerkenswert ist, dass der gleiche Satz oder das gleiche Ereignis jemand andere völlig kalt lassen würde.

Jeder von uns hat seine „wunden Punkte“, die bei ihm ein bestimmtes Verhalten/ Reagieren auslösen können. Dabei scheint ein immer gleiches Programm abzulaufen. Eine Art Domino-Effekt. Möglicherweise schauen wir dem sich anbahnenden „Drama“ sogar zu, sind aber nicht in der Lage es zu stoppen. Aus der psychologischen und neurowissenschaftlichen Sicht, sind es tatsächlich bestimmte Programme, die in allen von uns angelegt sind und bei jeweiligem Auslöser aktiviert werden können.

Wir müssen jedoch diesen Programmen nicht ausgeliefert sein, wir können sie auch verändern. Voraussetzung dafür ist es, dass wir es rechtzeitig bemerken. Das können wir, indem wir achtsam sind. Unser Körper kann uns dabei ein Verbündeter sein, denn das Körper-psychische System beginnt in den ersten Sekunden zu reagieren. Unwohlsein in einer Situation spüren wir möglicherweise subtil im Körper, bevor es ins Bewusstsein dringt. Verkrampfungen in der Magengegend, Verspannungen im Schulterbereich, oder wenn wir die Zähne zusammenbeissen.

Durch das Bemerken haben wir die Möglichkeit, erst einmal zu fühlen was mit uns geschieht, können uns mit ein paar Atemzügen beruhigen, oder erst einmal die Situation verlassen um uns abzukühlen oder in Ruhe nachzudenken. Natürlich ist es in vielen Situationen hilfreich und angemessen, spontan zu reagieren und zu handeln. Das „nicht -reagieren“, eines der Elemente im Achtsamkeitstraining, bezieht sich auf automatisch ablaufenden Reaktionen und Handlungsimpulse, und solche die in einer Situation unangemessen und wenig hilfreich sind. Ziel ist zunächst, eben diese Impulse ganz bewusst wahrzunehmen, und zwar vor der Umsetzung. Beim „nicht reagieren“ soll weder handlungsmässig, noch innerlich gedanklich oder verbal reagiert werden. Durch das Bemerken/Wahrnehmen, können wir beobachten, und häufig ist es so, dass sich dadurch bereits der Handlungsimpuls abschwächt. Dazu entsteht Raum um angemessen und zielführend zu reagieren. Durch diese achtsame Grundhaltung „entautomatisieren“ wir den inneren und äusseren Reizstrom, und es entsteht zunehmend die Möglichkeit bewusst zu wählen wie wir auf bestimmte Reize reagieren. Und wir können vielleicht auch lernen, Situationen oder Aussagen anderer, immer wieder neu und unvoreingenommen zu begegnen…


Herzlich,

von Corinne


In meiner Achtsamkeits online-Beratung kannst du dies und vieles mehr erlernen und trainieren, ich begleite dich dabei... 

Erfahre mehr :

16.5.2019

Achtsamkeit und Dankbarkeit

Oft ist unsere Aufmerksamkeit darauf fokussiert, was im Leben gerade nicht gut läuft. Auf das Leid das uns in unserem Leben begegnet, auf das was schief läuft, was uns fehlt, wo wir unzufrieden sind. Immer wenn wir so denken, sind wir auf den Mangel ausgerichtet. Wenn dies unbewusst abläuft, kann dies zu einer sehr ungesunden Haltung werden. Die Wahrnehmung wird reduziert, und das schränkt unser Denken und auch unsere positiven Gefühle ein. Leider lernt dann unser Gehirn, sich genau darin zu bewegen. Die Folge ist, es wird immer schwieriger und „dunkler“. Die Leichtigkeit geht verloren, und wir können uns nicht mehr richtig erfreuen, irgendwann sehen wir nur noch alles „schwarz“.

Manchmal verfallen wir dem Irrglauben, alles wäre besser wenn wir doch dies und das hätten, wenn wir das erreichten…wenn ich das noch besitzen würde… dann wäre ich glücklich…! Dabei vergessen wir vielleicht, das ein Wunsch den nächsten ablöst, und wir nur kurzfristig zufrieden sein werden. Schon bald wollen wir etwas anderes, noch besseres, und werden wieder unzufrieden. Daraus resultiert auch eine gewisse Unruhe und Rastlosigkeit. Diese „Wenn-Bedingungen“ halten uns zudem vom wesentlichen Moment ab, man ist gedanklich ständig in der Zukunft und nicht im Hier und Jetzt. Dadurch kann man auch nicht mehr geniessen oder zufrieden sein, denn es sind ja noch so viele Dinge zu erreichen oder so viele Wünsche offen.

Wenn es uns gelingt unsere Achtsamkeit auf diese Abläufe zu lenken, und zu bemerken was in uns vor geht, können wir unser Mangeldenken erkennen. Wir können anfangen zu versuchen, all die Bedingungen, Begehren und Wünsche loszulassen. Dadurch erlangen wir mehr Zufriedenheit und Dankbarkeit, und leben dazu noch viel mehr im gegenwärtigen Moment. Integrieren wir Dankbarkeit in unserer Leben und unseren Alltag, können wir dem Mangeldenken entgegenwirken, indem wir dankbar sind für das was alles „gut“ ist und womit wir zufrieden sein dürfen. Wir begegnen negativem Denken, indem wir unseren Fokus auf das richten, was in Ordnung ist. Was jedoch nichts mit Verdrängen oder wegsehen zu tun hat. Es geht einzig um die Bewusstwerdung, das ausrichten des eigenen Blickwinkels und der eigenen Sichtweise. Auch wenn vielleicht nicht alles perfekt in unserem Leben ist, so gibt es bestimmt für jeden mindestens etwas, wofür er dankbar sein kann. Oft sind es ganz naheliegende Dinge, bei denen wir anfangen können. Wir haben genug zu Essen, ein Dach über dem Kopf, ein warmes Bett, liebe Freunde, einen liebevollen Partner, eine Arbeit mit der man seinen Lebensunterhalt verdienen kann, usw.. Das mag vielleicht für den Ein- oder Andern banal klingen, jedoch erfordert genau das bereits eine gewisse Aufmerksamkeit, ein Bewusstsein, was in unserer Gesellschaft nicht unbedingt für jedermann selbstverständlich ist. Ganz im Gegenteil, „schneller, höher, weiter, immer mehr“…, verleitet dazu, alles als selbstverständlich anzusehen. 

Man darf die Kraft der Dankbarkeit nicht unterschätzen. Das Gefühl der wahren Dankbarkeit trägt eine sehr starke, positive Kraft in sich. Wer das übt und selbst spürt, weiss um die Veränderung die eine solche Haltung mit sich bringt.


Wie du mehr Dankbarkeit in dein Leben einbeziehen kannst, und z.b. ein Dankbarkeitstagebuch führst, zeige ich dir in meinem online Achtsamkeits-Intensiv-Training. 


Herzlich,

von Corinne

9.5.2019

Mentales Gleichgewicht durch achtsames Beobachten

Durch ein achtsames Leben, gewinnen wir an mentaler Ausgewogenheit und Gleichmut. Das heisst aber nicht, das einem die Dinge die geschehen egal sind. Gleichmut hat nichts mit Gleichgültigkeit zu tun. Wir können dahin gelangen, dass wir uns nicht aus unserer inneren Mitte verlieren, uns nicht dem Strom jeden Gefühls und jedem Gedanken hingeben, und uns zu sehr zu allem möglichen hinreissen lassen. Achtsamkeit lehrt, seine Gefühle wahrzunehmen, sie wertfrei zu betrachten, und sich nicht darin zu verlieren. 

Wer Achtsamkeit praktiziert weiss, dass die Dinge so sind wie sie sind, und er weiss auch, dass nur er selbst in sich etwas ändern muss, um eine Situation zu beeinflussen. Indem er die Position des Beobachters einnimmt, ist er in der Lage, Harmonie und Frieden in sich zu tragen, und dadurch mental ausgewogen zu handeln.

Beobachten heisst auch präsent sein. Wenn es uns gelingt, möglichst im jetzigen Moment zu sein, können wir lernen gleichzeitig zu beobachten. Dadurch wird automatisch ein anderer Blickwinkel eingenommen, durch den Abstand gewonnen wird. Dies führt dazu, das wir vielleicht das Ganze etwas milder, verständnisvoller, mitfühlender und gelassener sehen, und wir können, falls nötig, dementsprechend besonnen und angemessen reagieren.


Herzlich,
von Corinne

Durch Achtsamkeitstraining, meine online-Beratung, lernst du diese Vorgänge kennen, verstehen und trainieren. alles nähere dazu :

2.5.2019

Achtsamkeitspraxis im Alltag 

Immer wieder fällt mir auf, dass Achtsamkeit zwar immer bekannter wird, aber oft ein falsches Verständnis dafür besteht. Viele Menschen glauben, es gehe bei der Achtsamkeit hauptsächlich um Meditation. Und zwar in der Form, dass man sich an einen stillen Ort zurück zieht, auf ein Meditationskissen sitzt, und so mindestens eine halbe Stunde meditiert. 

Sicherlich ist Meditation ein grosser Teil gerade im Achtsamkeitstraining, und ist nicht wegzudenken. Es gibt viele Achtsamkeitsmeditationen bei denen es um Stille und Innenschau geht, oder darum, sich mit seinen Gedanken und Gefühlen bewusst auseinander zu setzen. Dies dient vor allem der Übung der Konzentration, dem Wahrnehmen, und dem trainieren des Bewusstseins. Doch Achtsamkeit bedeutet viel mehr.

Was Achtsamkeit auch bedeutet ist, sie im täglichen Leben, im Alltag anzuwenden. Wenn wir beginnen, den gegenwärtigen Moment bewusst wahrzunehmen, können wir Achtsamkeit in jeder Situation, bei allem was wir tun praktizieren. Wir werden uns all unserer Handlungen Gefühlen und Gedanken gewahr, wenn wir das trainieren. Wir können bewusst duschen, Händewaschen, Geschirr spülen, Treppensteigen, essen, reden, putzen, denken, usw. Es ist möglich, all das was wir tun, konzentriert und bewusst zu tun. Und das bedeutet, im Jetzt sein.


Im Achtsamkeitstraining wird in einfachen Schritten geleert, wie man seine Wahrnehmung schult, wie es gelingt im Jetzt zu leben. Auch der achtsame Umgang mit Gedanken und Gefühlen, und mit Situationen die uns im Aussen begegnen, gehört mit dazu. Es geht um das Bewusstwerden der mentalen Prozesse und Abläufe in Bezug auf die Gedanken und Gefühle (Innenwelt), sowie auch das Empfinden auf körperlicher Ebene. (Aussen/Sinne) Dies geschieht über Meditation aber eben auch mit Übungen, die im Alltag umsetzbar sind. 


Achtsamkeit ist eine Haltung, die uns ermöglicht, gelassener in unserem Leben zu sein, wir lernen, auch in schwierigen Situationen ruhig und besonnen zu bleiben oder zu handeln. Aus einem Gefühl des inneren Friedens und mit Mitgefühl für uns und unsere Mitmenschen, können wir authentisch und friedvoll unser Leben selbstverantwortlich gestalten. In einer Zeit des immensen Tempos, und der hohen Ansprüchen in vielen Lebensbereichen lernen wir, uns zu entspannen, Prioritäten zu setzen, Stress zu verhindern oder besser mit ihm umzugehen. Durch Achtsamkeit erkennen wir, was uns gut tut, und wo wir Veränderung brauchen, wo es angesagt ist loszulassen und wo wir Widerstände haben, wo wir akzeptieren sollten, und auch wie wir Gleichmut entwickeln können. Oder wie Doris Kirch schreibt : „Die Achtsamkeitspraxis verändert nicht unser Leben. Aber sie verändert die Fähigkeit unseres Herzens, es so anzunehmen, wie es ist.“ 


Wenn wir Achtsamkeit üben, und diszipliniert trainieren indem wir sie anwenden, sie leben, verändert das unsere ganze Sicht auf uns und unser Leben. Es entsteht eine innere Freiheit, ein Bewusstsein und eine Offenheit für das Schöne und die Fülle in unserem Leben. Wir verlieren uns nicht mehr im Meer der Gedanken und haben Zugang zu unseren Gefühlen und Bedürfnissen. Negatives, belastendes wird so nicht mehr endlos genährt und erhalten, sondern wir wissen, dass alles in ständiger Veränderung ist, und fliessen mit unserem Lebenstrom mit, anstatt dagegen. 

Wir erkennen, das wir selbst es sind, die darüber bestimmen, wie wir unser Leben führen und gestalten wollen, und worauf wir unseren Fokus richten. 



Wie du das, und vieles mehr über Achtsamkeit erlernen kannst, zeige ich dir in meinem Achtsamkeitstraining Online-Kurs. 

Ich begleite dich persönlich durch den Kurs, und du kannst lernen, in einfachen Schritten den Weg der Achtsamkeit in dein Leben zu integrieren.


Herzlich,
von Corinne


„Der Zustand der inneren Achtsamkeit ist eine andere Geistesverfassung, als das übliche Alltagsbewusstsein. Im Alltagsbewusstsein sind wir in einem Tun-Modus, der uns zu Aktivität, Anstrengung, Zielorientierung und kritischem Denken antreibt. Dieser Zustand ist nicht schlecht oder krankhaft. Er wird es erst, wenn es keine Abwechslung mit dem Sein-Modus gibt, in dem nichts geleistet, bewerkstelligt oder erreicht werden muss. Im Sein-Modus sind wir vollkommen in Ordnung, so wie wir gerade sind. Wir müssen nicht anders, besser oder erfolgreicher sein, sondern dürfen genauso sein, wie wir eben sind…“ 

(Ausb. Achtsamkeitstraining)



25.4.2019

Umgang mit schwierigen, „stress-machenden“ Gefühlen und Gedanken

Oft wird das in Kontakt treten mit unseren Gefühlen mit der Angst damit verbunden,  darin zu versinken, sich darin zu verlieren und nicht mehr rausfinden zu können.

Der Umgang und das Fühlen der eigenen Gefühle, fällt darum vielen Menschen schwer. Daher werden sie verdrängt, nicht zugelassen. Auch die Gefühle überhaupt wahrzunehmen, oder gar zu zeigen, ist für viele schwierig. Gerade negative und unangenehme Emotionen wollen wir lieber vermeiden. Doch es ist nicht möglich, keine Gefühle zu haben, und das Verdrängen kann schwere Folgen haben. 

Man kann sich einen Dampfkochtopf vorstellen, um sich so die inneren Mechanismen zu veranschaulichen. Die Kraft und die Gefahr die hinter verdrängten Gefühlen steckt ist ähnlich diesem Bild. Es besteht der Wunsch, die Situation durch zurückhalten von Gefühlen kontrollieren zu können, das wäre wie wenn man den Topf zuhalten wollte. 

Die Fähigkeit, sich selbst zu spüren, zu fühlen oder auf unsere Intuition zu hören geht mehr und mehr verloren, je mehr wir Gefühle wie Angst, Traurigkeit, Wut etc. nicht zulassen, und versuchen zu verdrängen. Oft  neigen solche Menschen dann zu ausgeprägtem Aktionismus, sind ständig aktiv, um sich auch so von  dieser inneren Leere die entsteht abzulenken.

Doch Vorsicht..! Das ständige Verdrängen von Gefühlen kann konkrete Folgen habe. Die verdrängten Gefühle sind ja nicht verschwunden wenn wir sie verdrängen, sie wandern stufenweise nach „unten“. Anfänglich ist das Gefühl  wenn wir es bemerken in unserem Bewusstsein, in  unserem Verstand. Wird das Gefühl dann wie beschrieben verdrängt, fällt es sozusagen in die nächste Etage tiefer. In unser Unterbewusstsein. Es scheint dann im ersten Moment verschwunden, kommt erst wieder zum Vorschein, wenn wir uns daran erinnern. Im normalen Alltag bemerken wir es nicht mehr. Wird nun das Gefühl weiterhin nicht beachtet und verdrängt, sinkt es wiederum in die nächste Ebene, in unser Tiefenbewusstsein. Nun ist es möglich, dass wir dieses Gefühl dann in unseren Träumen gespiegelt bekommen. Wollen wir es nun immer noch nicht spüren und uns bewusst machen, rutscht es noch tiefer, in die stoffliche Ebene. Das wäre dann unser Körper. Nun macht uns irgendwo in unserem Körper etwas unangenehm zu schaffen. Wir haben vielleicht Schmerzen, verschiedene Symptome treten auf die eventuell auch einer Krankheit zugeordnet werden können. Oder die als psychosomatisch eingestuft werden, wenn von ärztlicher Seite kein organisch spezifischer Befund erkannt werden kann.

Stellen wir uns nochmals das Bild vom Dampfkochtopf vor. Unsere Aufmerksamkeit sollte unbedingt auch auf die innere Verfassung gerichtet sein, und nicht nur auf äussere Bereiche.


Im Achtsamkeitstraining geht es diesbezüglich darum, liebevoll mit sich und den eigenen Bedürfnissen umzugehen, uns unserm inneren Dialog bewusst zu werden und zu verstehen, damit wir achtsam und fürsorglich mit uns umgehen können. Auch können eine achtsame Haltung, und Achtsamkeitsübungen helfen, sich zeitweise eine Erholung von schwierigen Gefühlen zu ermöglichen.


Herzlich,
von Corinne

18.4.2019

Stille

Laut Studien wirken nur schon zwei Minuten Stille so entspannend, das sich der Blutdruck senkt, und der Blutfluss im Gehirn stimuliert wird. Wir sind in unserem Alltag meist permanenten Reizen ausgesetzt, so dass unser Gehirn diese ständig verarbeiten muss. Dies fordert insbesondere den präfrontalen Kortex und führt zur Ermüdung. Das heisst, je länger wir unserem Gehirn keine Pause gönnen, desto erschöpfter und wenige Leistungsfähig werden wir. Darunter leidet dann unsere Entscheidungsfähigkeit, die Fähigkeit komplexere Dinge zu denken, uns zu konzentrieren und Lösungen für Probleme zu finden.

Ganz abgesehen davon, dass wir uns angespannt, gereizt und gestresst fühlen können.


Stille ermöglicht unserem Gehirn, sich zu erholen und die kognitiven Ressourcen zu regenerieren. Wenn wir also in einen Raum mit wenig oder gar keinen Reizen eintreten, gönnen wir unserem System Zeit um neue Kraft zu schöpfen. Unser Gehirn aktiviert dann Areale, die aktiv sind, wenn keine Aufgaben zu lösen sind und wir durch keine Reize stimuliert werden, ähnlich wie bei der Meditation. In diesen Momenten fällt der Zugang zu unseren Emotionen leichter. Dadurch eignen sie sich auch sehr um zu Reflektieren. 


In die Stille gehen kann auch bedeuten, eine Zeit allein zu verbringen. Sie verschafft uns die Möglichkeit, unsere inneren Stimme wahr zu nehmen. So können wir in der Stille Zeit verbringen, um in uns hinein zu hören. Wir schaffen Raum, in Verbindung mit uns selbst zu sein, uns zu spüren.  Wir nehmen uns Zeit für bewusstes nachdenken. Oder wie Eckhart Tolle sagt: „Stille spricht.“ 

Wir hören uns bewusst selbst einmal zu, was denken und fühlen wir? Vielleicht stellen wir uns auch gewisse Fragen, machen eine Standortbestimmung oder - Überprüfung, fragen wie geht es mir gerade oder überhaupt in meinem Leben..? Oder aber wir verschmelzen einfach mit dem Moment und geniessen die Stille. 

Im Trubel des Alltag finden wir schwerer Zugang zu unserer inneren Mitte und der inneren Stimme die wir doch alle haben. Daher ist Stille so wichtig. Ohne Stimulation, ohne Reizeinwirkungen von aussen finden wir zu unserer inneren Kraft, füllen unsere mentalen und auch körperlichen Ressourcen wieder auf.  Was wir im Alltag vielleicht nicht schaffen, können wir in der Stille in Ruhe anschauen. Dadurch sind wir reflektiert und achtsam in Kontakt mit uns selbst. Und nicht selten kommen uns gerade in diesen Momenten die wichtigsten Erkenntnisse und Ideen, oder verstehen wir Zusammenhänge.


Ob wir einen Spaziergang in der Natur machen, oder uns allein in ein ruhiges Zimmer zurückziehen, die Entscheidung uns einen Freiraum zu schaffen, ab und zu in die Stille zu gehen liegt ganz bei uns selbst.

Herzlich,
von Corinne






10.4.2019

Selbstachtung und Selbstfürsorge - gesunde Grenzen setzen

Begeben wir uns auf den Pfad der Achtsamkeit, kommen wir nicht drum herum uns mit dem Thema Selbstfürsorge zu beschäftigen. In der Philosophie der Achtsamkeit hat auch dieser Bereich einen wichtigen Stellenwert.


Viele haben gelernt, das „nein“ sagen unanständig oder unhöflich sei. Oft denken wir, dass wenn wir uns erlauben, zu etwas Nein zu sagen, wir uns unbeliebt machen, oder es zu Streit führt. Oder wir hadern danach selbst mit uns, machen uns Vorwürfe, indem uns der andere vielleicht leid tut, oder wir denken wir seien egoistisch und haben ein schlechtes Gewissen. Wenn es um Abgrenzung geht, wird das fälschlicher Weise oft mit Egoismus in Verbindung gebracht. 


Auch bei emotionalen Überschreitungen ist es wichtig, Grenzen zu setzen. Wenn jemand immer wieder Dinge tut, oder ausspricht die uns verletzen und nicht gut tun. Es geht um „ bis hier hin und nicht weiter ! “. Wir müssen und dürfen uns dazu äussern, und ansprechen was uns nicht gut tut, und können somit die Grenze setzten und uns schützen. Unser Eigenwert, die Selbstachtung spielt hier eine wesentliche Rolle. Wir sollten es uns wert sein, uns abzugrenzen. 

Ein achtsamer Umgang erfordert Selbstfürsorge und das Spüren der eigenen Bedürfnisse. Was voraussetzt, dass wir diese auch kennen.


Wenn ich immer andern alles recht machen will, kann es passieren, dass ich mich selbst übergehe. Wie schnell ist auf eine Frage eines Freundes oder Bekannten, bezüglich einer Hilfestellung oder ähnlichem ein „ Ja“ gesagt, und im Nachhinein grübeln wir, weil wir bemerken, dass es uns eigentlich gar nicht passt. Oder es passiert, dass wir Dinge tun, die wir gar nicht tun wollen. Menschen die keine Grenzen setzen, werden auch schnell ausgenutzt oder für jemand gehalten, mit dem man alles machen kann. 

Doch wenn uns zum Beispiel ein Freund etwas erzählt, das einem selbst runterzieht, haben wir den Mut, zu sagen das wir das im Moment gerade nicht gut vertragen, es uns nicht gut tut.? Auch das hat mit Abgrenzen zu tun. Dabei darf man sich durchaus auch in einer Freundschaft oder Beziehung von der Meinung oder den Bedürfnissen des anderen abgrenzen. Hier kann man sich die Frage selbst stellen: „Wie reagiere ich darauf.? Wenn der Freund vielleicht sagt, „nein das möchte ich jetzt lieber nicht…“. Sind wir dann gekränkt..? Eigentlich sollte so etwas keinen Einfluss auf die Beziehung haben. Im Gegenteil, gerade in einer Freundschaft oder Partnerschaft ist Abgrenzung enorm wichtig. Es macht uns identisch und es stärkt unsere Identität. 


Wir glauben zwar meist, dass uns Abgrenzung in einer Verbindung trennt, es ist jedoch das Gegenteil der Fall, es verbindet schlussendlich. Denn wir schätzen es doch selbst auch, wenn wir ein Gegenüber haben, dass selbstverantwortlich gut für sich sorgt und zu sich selbst steht. Und wir sind auch glaubwürdiger, und es geht uns besser, wenn wir ehrlich sein können.

Dazu kommt, dass wir es spüren, wenn uns jemand einen Gefallen tut, uns hilft ohne das es von Herzen kommt. Auch wenn wir etwas tun nur aus Verantwortungsgefühl oder dem „Frieden zu liebe“. Ein ehrliches „Ja“ kommt von Herzen, und ist ohne Bedingungen, ansonsten ist es kein wirkliches „ Ja“.

Wir können achtungsvoll damit umgehen, wenn wir den Blickwinkel der Toleranz und des Mitgefühls einnehmen. Denn Abgrenzung heisst nicht, dass wir kein Mitgefühl oder Verständnis empfinden. 

Uns dafür zu entschuldigen, dass wir Grenzen setzen, sollten wir nicht, denn wir brauchen uns nicht dafür zu entschuldigen, dass wir gut für uns selbst sorgen. „Es tut mir leid“ reicht vollkommen. Denn wenn wir uns anfangen für unsere Grenzen zu entschuldigen, untergraben und schwächen wir uns selbst und damit die Abgrenzung.

Ein Mensch, der uns wirklich schätzt und mag, wird uns das nicht übelnehmen, sondern er wertschätzt unser ehrliches, authentisches Verhalten.

Der Ton macht die Musik.! Wie ich mein „Nein“ ausspreche und platziere hat durchaus Einfluss. Zum Beispiel „Ich möchte (lieber) nicht…“ , dieser Satz stösst keinen vor den Kopf oder verletzt. Aber er klingt konsequent und liebevoll. Es schließt Anteilnahme, Mitgefühl, Respekt und Verständnis mit ein. Und wenn wir aus der „Ich-Perspektive“ sprechen, entstehen wenig Angriffspunkte oder Aggressionen. Sie drücken unser Empfinden aus und beinhalten so keine Vorwürfe. 

Sätze wie : „ …Ich kann verstehen dass,…oder, … „ Ich helfe dir sehr gerne aber…“ beinhalten ebenfalls eine liebevolle Absicht, und können so Streitigkeiten vermeiden.


Und schliesslich tragen wir nicht die Verantwortung für die anderen sondern für uns selbst. So haben wir immer die Wahl, unsere Entscheidungen entsprechend unseren Bedürfnissen zu treffen, und dabei niemanden zu verletzen. 
Wenn wir achtsam mit unseren Gefühlen und Bedürfnissen umgehen, können wir auch im Umgang mit anderen feinfühliger werden, und Grenzen setzen aber auch respektieren.


Herzlich,
von Corinne


„Du könntest viel entspannter leben, wenn du dich akzeptierst, so wie du bist und nicht wie du meinst, dass du sein sollst. Wenn du aufhörst, Angst zu haben, das Falsche oder etwas Schlechtes zu tun oder zu sagen, erst dann kannst du dich unverkrampfter zugunsten des Guten entscheiden.“

Theo Schoenaker




2.4.2019

Achtsamkeitsprinzip Mitgefühl, für andere und sich selbst

Was tut dir gut..? Weisst du das..? Die Selbstfürsorge beginnt damit, zu wissen, was einem gut tut. Die eigenen Bedürfnisse zu kennen, ist für viele gar nicht so einfach. Fordert es doch, innezuhalten und in sich rein zu spüren, und zulassen. Dabei ist Selbstfürsorge so wichtig, denn wenn ich selbst nicht zufrieden bin, wie soll dann der Umgang mit dem eigenen Umfeld funktionieren. Oft denken wir, dass es wichtiger sei, zuerst dafür zu sorgen, dass es allen Anderen gut geht. Die eigenen Bedürfnisse werden hinten angestellt. Vielleicht wertschätzen wir sogar andere mehr als uns selbst.

Doch Selbstfürsorge und Mitgefühl sind der erste Schritt zur Nächstenliebe. Wenn wir unsere eigenen Bedürfnisse kennen und dafür einstehen, geht es uns besser, und so können wir auch unserem Umfeld auf andere Art begegnen. Basis der Selbstfürsorge ist, sich selbst zu erlauben für sich zu sorgen. Die innere Haltung sich selbst gegenüber ist also enorm wichtig. Selbstfürsorge drückt sich in einer achtsamen, wertschätzenden Haltung sich selbst gegenüber aus. Erst wenn das gelingt, können wir das auch mit anderen teilen. Selbstfürsorge sollte aber nicht mit Egoismus gleichgestellt werden. Es hat nichts damit zu tun, sozusagen über Leichen zu gehen, und andere zu verletzen oder schlecht zu behandeln nur damit es uns besser geht. Es braucht aber die Bereitschaft, sich selbst Raum zu geben, und sich Zeit für die eigene Fürsorge zu nehmen.

Dazu gehört auch das Achtsamkeitsprinzip Mitgefühl. Mitgefühl heisst in diesem Zusammenhang, mitfühlend und verständnisvoll mit sich selbst zur sein, und das auch unseren Mitmenschen zuteil kommen zu lassen. Zu unterscheiden ist jedoch in der Achtsamkeitspraxis, das Mitgefühl nichts mit Mitleid zu tun hat, und sich gänzlich davon unterscheidet. Wenn jemand Trost oder Unterstützung braucht, können wir mit Mitleid nicht viel ausrichten, denn dann fühlen wir uns selbst unwohl oder überfordert, und das spürt unser Gegenüber. Wenn wir also mitleiden, geht es uns nicht gut dabei, weil es sich im Gegensatz zu unserem Wohlbefinden verhält. Zudem gibt uns Mitleid das Gefühl der Ohnmacht oder der Hilflosigkeit, weil wir in diesem Zustand nicht helfen können. Dies hat dann zur Folge, dass sich Menschen abwenden, wenn andere Hilfe brauchen. Wir können dem Anderen weder das Leid abnehmen, noch sind wir in der Lage ihm zu helfen, wenn es uns vor lauter mitleiden selbst schlecht geht.


Mitgefühl jedoch ist ein Zeichen des Verständnisses für das Leiden des anderen. Versuchen wir in unserer Mitte zu bleiben, und begegnen wir den Gefühlen des anderen achtsam, stellen wir unsere Energie zur Verfügung und sind ganz für ihn da. Wir können mit Verständnis und Geduld unseren Beitrag leisten. Schauen wir mit mitfühlendem, achtsamen und liebevollem Blick darauf das es uns gut geht, nehmen wir uns Zeit unsere Bedürfnisse zu erkennen, so können wir auch für unser Umfeld in einem gesunden Masse für sie da sein.


Herzlich,

von Corinne




25.3.2019

Gewahrsein

Je geübter wir in Sachen Achtsamkeit werden, desto mehr Gewahrsein entwickeln wir, desto „gewahrsamer“ werden wir. Bestenfalls werden wir zum Beobachter unserer inneren Abläufe und der herumtollenden Geistesobjekte. Bis wir dahin gelangen, dass wir ein derart gutes Gewahrsein besitzen und wir all diese Sorgen, Gedanken, Pläne, Begierden etc. nur noch wahrnehmen und beobachten, ohne dabei unsere Gelassenheit zu verlieren oder darin gestört zu werden, ohne das wir in Beurteilungen und Bewertungen fallen. Wie auf einer Leinwand auf der wir die Geistesobjekte erkennen, und dann wieder ziehen lassen können.

Im Achtsamkeitstraining kannst du mit einfachen, alltäglichen Dingen die Position des Gewahrseins und Beobachtens lernen und trainieren, indem du zum Beispiel den Gedankenstrom bewusst auf das verrichten der jeweiligen Tätigkeit richtest. Gewahrsein bedeutet schlussendlich sehen was wirklich ist, ohne zu bewerten und zu beurteilen.-
Wir erkennen, dass alles stetiger Veränderung unterlegen ist, Gedanken, Emotionen, Körperempfindungen und Gefühle kommen und gehen. Ein stetiger Wandel. 

Durch das Gewahrsein können wir uns also bewusst werden, was in und um uns vorgeht, es bringt uns in unsere Präsenz, in den Jetzt-Moment. So können wir Präsenz auch nutzen zur eigenen Impulskontrolle. 
Schau mal welche Situationen dich stören, dich offensichtlich aus deiner Ruhe bringen wollen. Welche Gefühle und Gedanken lösen sie bei dir aus..? Welche (automatischen) Reaktionsmuster sind in solchen Situationen typisch für dich?


Beispiele:

-An der Kasse im Supermarkt steht jemand zu dicht hinter dir oder drängelt

-Du wirst etwas inne was dir nicht gefällt

-jemand verhält sich deiner Ansicht nach daneben

-Dein Partner kommt verärgert und schlecht gelaunt von der Arbeit

-Im Bus spricht jemand laut an seinem Handy

-du wirst nicht, oder deiner Meinung nach zu wenig ernst genommen oder beachtet


Wenn wir unbewusst sind, reagieren wir meist automatisch auf solche Situationen. Jedenfalls besteht ein grosses Bedürfnis, sofort zu reagieren. Wir sprechen wütig jemanden an, wir schreiben sofort und emotional eine sms, oder wir lassen uns einfach die Stimmung verderben. Oft bereuen wir unsere Reaktion sogar im Nachhinein, verletzen jemanden und müssen uns vielleicht entschuldigen. Wir nehmen vielleicht auch etwas persönlich, dabei ist nur das Gegenüber unbewusst, und macht es gar nicht absichtlich. Schnell interpretieren wir etwas in jemanden oder eine Situation hinein, oder gehen von etwas falschem aus, weil wir von unseren Emotionen vereinnahmt werden.

Doch wir müssen diesem Impuls sofort zu reagieren nicht unbedingt nachgeben. Durch unser Gewahrsein können wir das verhindern, und ersparen uns auch eventuelle Unannehmlichkeiten. Das Wahrnehmen der typischen Reaktion -und Verhaltensmuster ist die Grundlage um etwas zu verändern. Je bewusster wir dies erkennen, desto leichter ist das Lösen davon. Auch dann, wenn wir das erst im Nachhinein bemerken. Durch unser Gewahrsein erschaffen wir einen Raum, indem wir entscheiden können, wie wir auf eine Situation re-agieren.


Reiz - Raum - Reaktion 

In den wenigsten Fällen müssen wir innert Sekunden reagieren. Es bleibt uns praktisch immer ein kleiner Freiraum. Dieser Freiraum soll die Möglichkeit bieten, die Situation erst einmal mit etwas Abstand zu betrachten, möglichst neutral und wertfrei zu beobachten. Du kannst sozusagen die Stopptaste drücken. So unterbrichst du die automatische Reaktion auf etwas, und du musst nicht auf jeden Reiz sofort re-agieren. Das geht zum Beispiel sehr gut über deinen Atem. Auf ihn haben wir in jeden Augenblick Zugang. Nimm einfach zuerst einmal zwei, drei Atemzüge. Es braucht nicht mehr, und den Automatismus zu unterbrechen. Aber du macht aus einer automatischen, unbewussten Re-Aktion eine bewusste, reflektierte Aktion.

Wenn du das beginnst in deinem Leben zu integrieren, wirst du merken, dass sich dadurch vieles verbesserst und erleichtert, du keine voreiligen Entscheidungen triffst, oder unbewusst reagierst.


Herzlich, 
von Corinne